O Rex Gloriae

Sa 04.02.2012 19.00 Uhr, Johannis-Kirche, Karlsruhe-Südstadt
So 05.02.2012 17.00 Uhr, Evangelische Stadtkirche Bad Wildbad

G. P. Palestrina, Missa „O Rex gloriae“
U. Sisask, „Gloria Patri“
A. Pärt, „Magnificat“

Die Chorwerke von Urmas Sisak (*1960), einem der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Estlands, spiegeln die Harmonien der Sphären wider: Gloria Patri (1988), eine Sammlung lateinischer Hymnen zu Gottes Lobpreis, ist durch planetare Bahnen inspiriert und erhält seine zyklische Einheit durch einen pentatonischen Tonvorrat, der immer wieder neu kombiniert, geschichtet und melodisch ausgerichtet wird.

… Ähnlich universale Klänge hat, etwa 400 Jahre zuvor, auch Giovanni Pierluigi da Palestrina in seiner Missa O Rex gloriae geschaffen. 1601 posthum und innerhalb seines Missarum liber duodecimus gedruckt, entstand das Werk als so genannte Parodiemesse über eine eigene Motette. Die Messteile des Ordinariums sind vierbzw. fünfstimmig umgesetzt und in Palestrinas unnachahmlich virtuoser Vokalpolyphonie geformt: Dichte melodische Verwebungen, ein steter Wechsel von Kontemplation und Bewegungsfreude sowie rhythmische Schwebezustände kennzeichnen sie.

… Schwebezustände sind auch das Merkmal der meditativ-klangsinnlichen Musik von Arvo Pärt (*1935). Sein Magnificat (1989) ist eines der beliebtesten Stücke der neueren Chormusik, geschrieben im singulären Tintinnabuli-Stil, geprägt durch gegenseitige Durchdringung von Dreiklangsflächen und melodischen Linien. Es entsteht Musik wie ein „weißes Licht, das alle Farben enthält“ (Pärt).

Das Vokalensemble Chorioso stellt ausgewählte Stücke aus Sisaks Sammlung, die Mess-Sätze Palestrinas und Pärts Magnificat abwechselnd gegenüber. Es erwartet Sie ein Programm voller Stimmungswechsel, überraschender klanglicher Parallelen, aber auch packender Kontraste.

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